Anthroposophische Medizin

Die anthroposophische Medizin wurde von Rudolf Steiner und der Ärztin Ita Wegman begründet und wird als erweiterte Heilkunde angesehen. Sie erkennt somit die Schulmedizin für den körperlichen Bereich an, berücksichtigt aber, neben der rein physischen Betrachtung des Patienten, auch die Seele und Persönlichkeit. Krankheiten, die zur Entwicklung des Menschen beitragen, werden nicht unterdrückt oder mit „Antimitteln“ wie z.B. Antipyretika bekämpft, sondern therapeutisch begleitet, damit diese gut überwunden werden können. So sieht Steiner zwar die rasche Wirkung von Medikamenten, erkennt sie aber nicht als Heilung an, da die Hintergründe der Krankheit und deren Sinn unberührt bleiben.

Grundlage der Anthroposophie sind sowohl die Dreigliederung als auch die vier Wesensglieder (physischer Leib / Ätherleib / Astralleib / Ich-Organisation), die sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie mitberücksichtigt werden.

Die dazu gehörigen geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse eignen sich besonders dazu, dass das Geistige, was hinter jedem naturwissenschaftlichen Prozess steht, ergänzend einbezogen wird.

Zu den verordneten Arzneimitteln gehören hauptsächlich Stoffe aus dem Mineral-, Pflanzen- und Tierreich, die durch ein spezielles Verfahren potenziert werden. Oft werden diese durch die Metalltherapie, die eine Sonderstellung in der anthroposophischen Medizin hat, abgerundet. Verabreichungsformen sind häufig neben den bekannten Globuli, auch Verreibungen und Injektionen.

Anders als in der Homöopathie, wo der Therapeut nach dem Ähnlichkeitsprinzip „Similia similibus curentur“ arbeitet, wird hier das passende Mittel aufgrund der Einseitigkeiten der verwendeten Stoffe in Verbindung mit den oben bereits erwähnten Grundlagen der Anthroposophie (Dreigliederung und Wesensglieder) ausgesucht.

Die anthroposophische Medizin wurde vom Gesundheitswesen zur „besonderen Therapierichtung“ erklärt, was bedeutet, dass eine auch ohne Studien gesicherte Wirkung zu erwarten ist und gleichzeitig keine unerwartete Gefahr von ihr ausgeht.